Von Handys und darauf enthaltenen Daten

pr0nEs gab ja  eine sehr große Krise, als an irgendeiner bayerischen Schule Handys mit pornographischen Inhalten auftauchten bzw. den Leuten, die sich darüber aufregen, in die Hände fielen. Das Handy war nun nicht mehr nur Symbol des Bösen, weil die Schüler ständig per SMS kommunizieren wollten, sondern auch weil sie das, was sie zuhause im Internet sahen und per Messenger an ihre Mitschüler weiterschickten, nun auch in der Schule per Bluetooth versendeten. Das Geschrei war groß, das technische Unverständnis noch größer, man forderte – wie gewohnt – fleißig Verbote und hatte natürlich einen weiteren Grund, Handys an Schulen zu verbieten.

Viel amüsanter finde ich nun die Entdeckung eines Handys mit Porno-Inhalten durch die Polizei in Selb in ähnlichem Zusammenhang. Auf der “Handy-Karte”, wie es fachtechnisch inkorrekt im Bericht der Frankenpost heißt, befanden sich neben “übelsten Gewalt-Pornobildern” auch “Abscheulichkeiten wie abgeschnittene Gliedmaßen oder erhängte Menschen”. Grundsätzlich das, was jeder Jugendliche beim Surfen auf 4chan, Rotten oder ähnlichen Seiten findet…

Nun unterscheidet diese Geschichte aber von den typischen Porno-Handys in der Schule, dass das Handy eigentlich der Mutter gehörte und diese die Inhalte angeblich grundlos von “einige[n] junge[n] Leuten” aus Wunsiedel erhielt, die ihr “die Dateien auf das Handy gespielt haben”. Gut, dass dazu Bluetooth erstmal aktiviert sein muss und man in der Regel (sowohl mit als auch ohne Paarung) noch mindestens “Ja” drücken muss, um die Datei zu erhalten, scheint die Frau hier vergessen zu haben. Sowie ich auch nicht verstehe, warum man solchen Kram nicht einfach löscht, wenn man mit den Bildern nix anfangen kann. Nachdem sich die Mutter nun deswegen vor Gericht verantworten musste, könnte ein technisch versierter Richter sogar genau diese Fragen auch gestellt haben. Ist aber eher zweifelhaft.

Die Frau darf jedenfalls ein paar lächerliche Bilder auf ihrem Handy mit 2700€ bezahlen. “Man macht sich schon so seine Gedanken, wie sorglos sie ihrem Sohn so einen Schweinekram überlassen. Was soll aus dem Buben mal werden[...]?” stand schließlich als Frage im Raum. Und ich denke, diese kann recht einfach beantwortet werden: Das, was aus den meisten Jugendlichen dieser Zeit wird, die das Zeug eben nicht auf dem Handy der Mutter, sondern beim Surfen im Internet finden oder auf LAN-Parties austauschen und anschließend Gigabytes davon auf ihren Rechnern horden. Schadet der Entwicklung irgendwie trotzdem nicht.

Quelle: Frankenpost

Die Neugierde der Leute durfte aber auch ich mal im Reisebus festellen. Es gibt viele Leute, die eine Datei “Jenna Jameson Naked.jpg” über Bluetooth aus unbekannten Quellen akzeptieren, auch wenn darin nur ein Strichmännchen gezeichnet ist.

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